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Geschichtliches:
An
der Stelle, wo sich heute das Gebäude befindet, stand schon
am Beginn des 14. Jahrhunderts eine alte Kirche mit einem darunterliegenden
Oratorium (Gebetsraum), die nach der Madonna degli Alemanni benannt
war. Im Geschoß der heutigen Hotelhalle befand sich die Kirche
und im darunterliegenden Geschoß das Oratorium. Eine Treppe,
die noch heute beide Geschoße verbindet, führte von dort
in die Kirche. Die Kirche war ein Ort der Verehrung eines wundertätigen
Bildes, das die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind in den Armen darstellt.
 Es
handelt sich dabei um ein Terrakottabildnis, das auf das 14. Jahrhundert
zurückgeht (Madonna della Manna) und das man heute im Dom von
Cortona bewundern kann. Der Ursprung des Namens "Madonna degli
Alemanni" lässt sich darauf zurückführen, dass
sich zur Zeit der Kreuzzüge Goten in der Nähe niedergelassen
hatten, um neue Kraft zu schöpfen oder vielleicht um sich von
einer Epidemie zu erholen. In der Folge wurde der Name in "Madonna
della Manna" umgewandelt, um einen besseren Bezug der Gläubigen
zu dem Bild herzustellen. Die Kirche war mit wertvollen Kunstwerken
ausgestattet. Neben dem bereits zuvor beschriebenen Terrakottabildnis
gab es ein großes Gemälde der Himmelfahrt Mariens, das
Andrea del Sarto zugeordnet wird. Dieses befindet sich jetzt im
Chorbereich des Domes von Cortona. Außerdem ein Kruzifix aus
Holz mit einer geschnitzten Holzkassette, zur Verwahrung. Eine Arbeit
von F.Fabbrucci, die sich jetzt in der Kirche zum Heiligen Geist
in Cortona befindet. Die Verehrung der "Madonna degli Alemanni"
nahm so stark zu, dass die Kirche für die vielen Gläubigen
zu klein wurde.
 Im
Jahr 1730 wurde entschieden, sie abzureißen und eine neue,
größere an ihrer Stelle zu erbauen. So geschah es auch
und in nur zehn Jahren Bauzeit wurde die neue Kirche errichtet.
Das Terrakottabildnis der Madonna wurde auf dem Hochaltar in einem
prächtigen, vergoldet Rahmen aus Holz dargeboten. Das Bildnis
und den Rahmen, eine Arbeit eines Künstlers aus Cortona, kann
man heute im Dom von Cortona bewundem. Die Kirche war mit Stuckaturen
und Fresken geschmückt. Weitere Bilder wurden hinzugefügt,
von denen nur eines, die Madonna mit Sant'Andrea Avellino, ein Werk
des Künstlers F.Fabbrucci aus Cortona (18. Jahrhundert), bis
heute erhalten blieb. Von der ersten Kirche verblieben auch zwei
Kapitelle in gotischem Stil und zwei Fresken, welche beide auf der
nördlichen Wand des derzeitigen Buffet-Saales angebracht waren
und sich jetzt im Istituto delle Suore Serve di Maria Riparatrici
in der Via G.Severini genau gegenüber dem Hotel befinden. Das
eine Fresco stammt aus der Schule von Bartolomeo della Gatta (15.
Jahrhundert) und stellt die Madonna mit dem Kind in den Armen dar.
Maria wird vor einer Eiche dargestellt. Deshalb wurde das Werk "Madonna
della Quercia" genannt.
Das
zweite Fresco, von einem unbekannten Künstler, stellt Hiob
dar und stammt aus dem Jahr 1504. Am 8.
Oktober 1741 wurde auf Grund eines Dekrets des Marchese Sforza Pallavicini
vom ehrwürdigsten Kapitel von St. Peter in Rom das Bildnis
der "Madonna degli Alemanni mit dem Jesuskind" mit feierlicher
Zeremonie im Dom von Cortona eingesetzt, wo es sich noch immer auf
dem Altar befindet. Später ordnete Erzherzog Leopold von Toskana
an, unzählige kleine Kirchen in seinem gesamten Territorium
abzureißen. Darunter befand sich auch die Kirche mit der "Madonna
degli Alemanni", die im Jahr 1786 abgerissen wurde. An ihrer
Stelle wurde ein herrschaftliches Gebäude errichtet, die Villa
Marsili, die etwa das Aussehen des gegenwärtigen Gebäudes
hatte. Nach einigen Veränderungen in den Eigentumsverhältnissen
ist das Gebäude in der näheren Vergangenheit zuerst als
Internat für Mädchen und zuletzt als Schule genutzt worden.
Ansicht der Stadt Cortona, insbesondere des Stadtteiles San Domenico,
Tuschzeichnung, P.Berrettini 1634. 31 Kirche der Madonna degli Alemanni.
Bemalte Terrakotta 14. bis 15. Jahrhundert (Dom zu Cortona). Ol
auf Leinwand, Andrea del Santo zugeschrieben 15. Jahrhundert (Dom
zu Cortona). Der Tod Christi, Kruzifix aus Holz mit geschnitzter
Kassette F.Fabbrucci, 18 Jahrhundert (Cortona, Kirche zum Heiligen
Geist). Madonna mit dem heiligen Sant'Andrea Avellino. Ol auf Leinwand
von F.Fabbrucci, 18. Jahrhundert (Cortona, Kirche von St. Niccolò)
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